Dau­er­schuld­ver­hält­nis­se – und die Rechs­hand­lun­gen des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ter ohne Verfügungsbefugnis

For­de­run­gen aus von dem Schuld­ner abge­schlos­se­nen Dau­er­schuld­ver­hält­nis­sen bil­den gemäß § 55 Abs. 2 Satz 2 InsO Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten, soweit der vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­wal­ter mit Ver­fü­gungs­be­fug­nis die Gegen­leis­tung des Ver­trags­part­ners für die künf­ti­ge Mas­se in Anspruch genom­men hat.

Dau­er­schuld­ver­hält­nis­se – und die Rechs­hand­lun­gen des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ter ohne Verfügungsbefugnis

Nach der Bun­des­ge­richts­hofs­recht­spre­chung ist § 55 Abs. 2 Satz 2 InsO weder unmit­tel­bar noch ent­spre­chend auf Rechts­hand­lun­gen eines vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters anzu­wen­den ist, auf den – wie im Streit­fall – die Ver­fü­gungs­be­fug­nis über das Ver­mö­gen des Schuld­ners nicht über­ge­gan­gen ist.

Für den vor­läu­fi­gen Ver­wal­ter ohne Ver­fü­gungs­be­fug­nis gilt § 55 Abs. 2 Satz 2 InsO nur inso­weit, als die­ser vom Insol­venz­ge­richt ermäch­tigt wor­den ist, ein­zel­ne, im Vor­aus genau fest­ge­leg­te Ver­pflich­tun­gen zu Las­ten der spä­te­ren Insol­venz­mas­se ein­zu­ge­hen. Das trifft hier nicht zu.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Dezem­ber 2014 – IX ZR 166/​14