Die Insol­venz eines Gläubigerausschuss-Mitglieds

Wird über das Ver­mö­gen einer GmbH, die Mit­glied in einem Gläu­bi­ger­aus­schuss eines ande­ren Insol­venz­ver­fah­rens ist, das Insol­venz­ver­fah­ren eröff­net, unter­liegt ihre Ver­tre­tung in dem Gläu­bi­ger­aus­schuss dem Ver­wal­tungs­recht ihres Insolvenzverwalters.

Die Insol­venz eines Gläubigerausschuss-Mitglieds

Dies trägt nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs auch dem Bedürf­nis der Pra­xis nach Kon­ti­nui­tät in der Wahr­neh­mung des Amtes für eine juris­ti­sche Per­son als Aus­schuss­mit­glied Rech­nung [1] .

Nach­dem über das Ver­mö­gen der GmbH das Insol­venz­ver­fah­ren eröff­net wor­den ist, wird die­se in dem Gläu­bi­ger­aus­schuss durch den Insol­venz­ver­wal­ter ver­tre­ten, der inso­weit an die Stel­le der nach dem Gesell­schafts­recht zustän­di­gen Orga­ne tritt [2] .

Die Bezü­ge der Aus­schus­s­tä­tig­keit zu dem ver­wal­te­ten Ver­mö­gen der insol­ven­ten GmbH spre­chen gegen eine insol­venz­freie Ange­le­gen­heit und für die Zustän­dig­keit des Ver­wal­ters nach § 80 Abs. 1 InsO [3] .

Damit ist zugleich die dem ursprüng­li­chen Ver­tre­ter der GmbH erteil­te Voll­macht erlo­schen (§ 117 InsO); der vom Insol­venz­ver­wal­ter erklär­te Wider­ruf lässt für eine Bil­li­gung der wei­te­ren Ver­tre­tung durch den bis­her bevoll­mäch­tig­ten Rechts­an­walt kei­nen Raum.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. März 2021 – IX ZR 266/​18

  1. vgl. AG Ham­burg, ZIP 2013, 1135, 1137; Frind, BB 2013, 265, 269 f[ ]
  2. vgl. Ner­lich in Michalski/​Heidinger/​Leible/​J. Schmidt, GmbHG, 3. Aufl., § 60 Rn. 169[ ]
  3. vgl. hier­zu Bogumil/​Pollmächer in Göb/​Schnieders/​Möning, Pra­xis­hand­buch Gläu­bi­ger­aus­schuss, S. 83 f[ ]