Eigen­ka­pi­tal­er­satz bei der AG

Die Anwen­dung der GmbH-Vor­schrif­ten zu eigen­ka­pi­ta­ler­set­zen­den Gesell­schaf­ter­dar­lehn, die in der Insol­venz von den dar­lehns­ge­wäh­ren­den Gesell­schaf­tern nicht zurück gefor­dert wer­den kön­nen, auf die Aktio­nä­re einer AG hat der Bun­des­ge­richts­hof zumin­dest für nicht mass­geb­lich betei­lig­te Aktio­nä­re eingeschränkt.

Eigen­ka­pi­tal­er­satz bei der AG

Die Grund­sät­ze des Eigen­ka­pi­tal­er­sat­zes sind auf Finan­zie­rungs­hil­fen eines Aktio­närs in der Regel nur dann sinn­ge­mäß anzu­wen­den, wenn er mehr als 25 % der Akti­en der Gesell­schaft hält oder – bei gerin­ge­rer, aber nicht unbe­trächt­li­cher Betei­li­gung – ver­bun­den mit wei­te­ren Umstän­den über gesell­schafts­recht­lich fun­dier­te Ein­fluß­mög­lich­kei­ten in der Gesell­schaft ver­fügt, die einer Sperr­mi­no­ri­tät ver­gleich­bar sind. Ein Vor­stands- oder Auf­sichts­rats­amt genügt dafür nicht.

Die Gesell­schafts­be­tei­li­gun­gen meh­re­rer eine Finan­zie­rungs­hil­fe gewäh­ren­der Gesell­schaf­ter kön­nen jeden­falls dann nicht zusam­men­ge­rech­net wer­den, wenn die Hil­fe nicht auf Kri­sen­fi­nan­zie­rung ange­legt ist, außer­halb einer Kri­se der Gesell­schaft gewährt wird und ein koor­di­nier­tes Ste­hen­las­sen der Hil­fe in der Kri­se der Gesell­schaft nicht fest­zu­stel­len ist.

BGH, Urteil vom 09.05.2005 – II ZR 66/​03

Eigenkapitalersatz bei der AG