Regis­trie­rung der Elektrogerätehersteller

Seit Früh­jahr 2003 sind die EU-Richt­li­nie 2002/​96/​EG über Elek­tro- und Elek­tro­nik-Alt­ge­rä­te und die EU-Richt­li­nie 2002/​95/​EG zur Beschrän­kung der Ver­wen­dung bestimm­ter gefähr­li­cher Stof­fe in Elek­tro- und Elek­tronik­ge­rä­ten in Kraft getre­ten und wur­den in Deutsch­land durch das Elek­tro- und Elek­tronik­ge­rä­te­ge­setz (Elek­troG) vom 16. März 2005 umge­setzt. Die ers­te Über­gangs­frist die­ses Geset­zes ist ges­tern abge­lau­fen. Seit­dem müs­sen alle Her­stel­ler von Elek­tro- und Elek­tronik­ge­rä­ten eine Regis­trie­rung bei der Stif­tung “Elek­tro Alt­ge­rä­te Regis­ter” vor­wei­sen. Ziel die­ser Richt­li­ni­en und des Elek­troG sind eine ver­stärk­te Pro­dukt­ver­ant­wor­tung der Her­stel­ler sowie die Sicher­stel­lung einer umwelt­ver­träg­li­chen Wie­der­ver­wen­dung und Ent­sor­gung der aus­ge­dien­ten Elek­tro­ge­rä­te. Ziel ist ins­be­son­de­re die Ver­mei­dung von Abfäl­len aus Elek­tro- und Elek­tronik­ge­rä­ten sowie die Redu­zie­rung der Abfall­men­ge durch Wie­der­ver­wen­dung und durch Vor­ga­be von Sammel‑, Ver­wer­tungs- und Recyclingquoten.

Regis­trie­rung der Elektrogerätehersteller

Die Samm­lung der Gerä­te aus pri­va­ten Haus­hal­ten fin­det im Regel­fall wei­ter durch die Kom­mu­nen statt. Inso­fern wird sich in vie­len Gemein­den an der Erfas­sung der Gerä­te nichts ändern. Auch der Han­del kann – auf frei­wil­li­ger Basis- wie bis­her Alt­ge­rä­te zurück­neh­men. Neu ist, dass Besit­zer von Alt­ge­rä­ten nun­mehr ver­pflich­tet sind, die Alt­ge­rä­te einer vom unsor­tier­ten Sie­dungs­ab­fall getrenn­ten Erfas­sung zuzu­füh­ren. Dabei ist die Rück­ga­be der Gerä­te aus pri­va­ten Haus­hal­ten bei den kom­mu­na­len Sam­mel­stel­len kos­ten­frei. Neu ist wei­ter, dass die öffent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­ger die gesam­mel­ten Gerä­te in fünf Grup­pen, sor­tiert nach ver­schie­de­nen Kate­go­rien, zur Abho­lung bereit­stel­len. Die Her­stel­ler holen nun die­se Alt­ge­rä­te ab und sind für deren umwelt­ver­träg­li­che Ent­sor­gung ver­ant­wort­lich. Die Berech­nung der Abhol­lo­gis­tik obliegt dabei der von den Her­stel­lern gegrün­de­ten Stif­tung “Elek­tro Alt­ge­rä­te Regis­ter” in Fürth. Die indi­vi­du­el­le Abhol­an­ord­nung erteilt grund­sätz­lich das Umwelt­bun­des­amt bzw. auf­grund einer Belei­hung durch das Umwelt­bun­des­amt der­zeit die Stif­tung EAR. Somit ist nun­mehr die Stif­tung EAR unter der Rechts- und Fach­auf­sicht des Umwelt­bun­des­am­tes die zustän­di­ge Behör­de für die Regis­trie­rung sowie die Behäl­ter­ge­stel­lungs- und Abholanordnungen.
Für die Rück­nah­me und Ent­sor­gung gewerb­li­cher Alt­ge­rä­te gel­ten beson­de­re gesetz­li­che Rege­lun­gen. Her­stel­ler und Nut­zer kön­nen hier jedoch ver­trag­lich fest­le­gen, wem von bei­den die Erfül­lung die­ser gesetz­li­chen Pflich­ten obliegt.

Über­gangs­fris­ten

Damit Her­stel­ler und Kom­mu­nen sich auf Ihre neu­en Auf­ga­ben ent­spre­chend vor­be­rei­ten konn­ten und um ein rei­bungs­lo­ses Anlau­fen der Umset­zung des Geset­zes zu gewähr­leis­ten, wur­den Über­gangs­vor­schrif­ten in das Elek­troG auf­ge­nom­men: so gilt für die Regis­trie­rung der Her­stel­ler eine Über­gangs­frist von acht Mona­ten, für die Samm­lung und Bereit­stel­lung der Alt­ge­rä­te durch die Kom­mu­nen und die Rück­nah­me und Ent­sor­gung durch die Her­stel­ler wur­de eine Über­gangs­frist von zwölf Mona­ten nach Ver­kün­dung des Geset­zes vor­ge­se­hen. Die Über­gangs­frist für die Regis­trie­rung ist daher am 24.11.2005 abge­lau­fen, die Rück­nah­me­pflicht gilt ab dem 24.03.2006.
Ab dem 24. Novem­ber 2005 müs­sen daher alle Her­stel­ler, die in Deutsch­land Elek­tro- und Elek­tronik­ge­rä­te auf den Markt brin­gen, bei der Stif­tung “Elek­tro Alt­ge­rä­te Regis­ter” regis­triert sein. Ab dem 24. März 2006 folgt die nächs­te Stu­fe des Elek­troG: Die End­nut­zer sind dann ver­pflich­tet, ihre Alt­ge­rä­te der getrenn­ten Erfas­sung zu über­las­sen, die öffent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­ger sam­meln die bei ihnen zurück­ge­ge­be­nen Gerä­te aus pri­va­ten Haus­hal­ten kos­ten­frei und stel­len sie in fünf Grup­pen zur Abho­lung bereit, die Her­stel­ler sind für die Rück­nah­me und Ent­sor­gung der Alt­ge­rä­te verantwortlich.

Die Regis­trie­rung als Hersteller

Ab dem 24. Novem­ber 2005 muss jeder Her­stel­ler bei der zustän­di­gen Stel­le (Stif­tung EAR) regis­triert sein, wenn er in Deutsch­land Elek­tro­ge­rä­te in Ver­kehr brin­gen will. Dies gilt unab­hän­gig davon, ob die Gerä­te im gewerb­li­chen Bereich oder in pri­va­ten Haus­hal­ten genutzt wer­den. Bei Gerä­ten, die zur Nut­zung in pri­va­ten Haus­hal­ten geeig­net sind, muss der Her­stel­ler bei der Regis­trie­rung zusätz­lich eine insol­venz­si­che­re Garan­tie dafür vor­le­gen, dass die Finan­zie­rung der Rück­nah­me und Ent­sor­gung sei­ner Gerä­te gesi­chert ist. Damit soll ver­hin­dert wer­den, dass wei­ter Gerä­te auf den Markt kom­men, deren Her­stel­ler nach kur­zer Zeit vom Markt geht und sich so sei­ner Pro­dukt­ver­ant­wor­tung ent­zieht, wäh­rend die All­ge­mein­heit der (ver­blie­be­nen) Her­stel­ler für die Rück­nah­me und Ent­sor­gung der Gerä­te die­ses “Tritt­brett­fah­rers” auf­kom­men muss.
Die Regis­trie­rung erfolgt durch Antrag bei der Stif­tung EAR.
Dabei trifft aber die Stif­tung EAR nach einem von den Her­stel­lern erar­bei­te­ten Regel­werk die behörd­li­che Ent­schei­dung dar­über, ob ein bestimm­tes Pro­dukt in den Anwen­dungs­be­reich des Geset­zes fällt und des­halb sein Her­stel­ler regis­trie­rungs­pflich­tig ist.

Registrierung der Elektrogerätehersteller