Steu­er­aus­fäl­le 2005

Von den im Jahr 2005 fäl­li­gen Steu­ern, die Bund und Län­dern zuflie­ßen, sind rund 6,17 Mil­li­ar­den Euro nicht gezahlt wor­den. Dies geht aus der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge im Deut­schen Bun­des­tag her­vor. Fäl­lig gewe­sen wären eigent­lich rund 346,15 Mil­li­ar­den Euro. Bei den Steu­ern han­delt es sich unter ande­rem um die Lohn­steu­er, die ver­an­lag­te Ein­kom­men­steu­er, die Kör­per­schaft­steu­er, die Umsatz­steu­ern, die Ver­si­che­rungsteu­er und um den Soli­da­ri­täts­zu­schlag. Von den nicht gezahl­ten Steu­ern ent­fal­len rund 670,5 Mil­lio­nen Euro auf Stun­dun­gen der Steu­er­schuld, rund 5,11 Mil­li­ar­den Euro auf so genann­te Nie­der­schla­gun­gen (Ver­zicht auf die Voll­stre­ckung einer Steu­er­for­de­rung), rund 368,1 Mil­lio­nen Euro auf “Erlas­se aus Bil­lig­keits­grün­den” und 17,5 Mil­lio­nen Euro auf Erlas­se wegen eines Insol­venz­ver­fah­rens. Beim Erlass von Steu­ern aus Bil­lig­keits­grün­den, wie ihn die Abga­ben­ord­nung zulässt, sticht die Sum­me von 322,96 Mil­lio­nen Euro her­vor, auf die das Land Baden-Würt­tem­berg im Jahr 2005 bei den nicht ver­an­lag­ten Steu­ern vom Ertrag ver­zich­tet hat. Auch beim Erlass von Zah­lun­gen des Soli­da­ri­täts­zu­schlags liegt das Land mit 17,88 Mil­lio­nen Euro weit an der Spit­ze. Beim Erlass von den ins­ge­samt rund 12,2 Mil­lio­nen Euro an Ein­kom­men­steu­er ent­fie­len den Anga­ben zufol­ge 2,39 Mil­lio­nen Euro auf Bay­ern, 2,48 Mil­lio­nen Euro auf Ber­lin und 1,97 Mil­lio­nen Euro auf Baden-Würt­tem­berg. Die höchs­ten Sum­men bei der erlas­se­nen Umsatz­steu­er mit einem Gesamt­vo­lu­men von 11,25 Mil­lio­nen Euro sei­en in Nord­rhein-West­fa­len mit 2,85 Mil­lio­nen Euro, in Rhein­land-Pfalz mit 2,42 Mil­lio­nen Euro und in Bay­ern mit 1,16 Mil­lio­nen Euro regis­triert wor­den. Spit­zen­rei­ter bei der erlas­se­nen Kör­per­schaft­steu­er (Gesamt­vo­lu­men 2,52 Mil­lio­nen Euro) war der Ant­wort zufol­ge Bay­ern mit 950.000 Euro, gefolgt von Rhein­land-Pfalz mit 446.000 Euro und Schles­wig-Hol­stein mit 717.000 Euro. Bei den vom Bund ver­wal­te­ten Ver­brauch­steu­ern sind 2005 in 233 Fäl­len Zah­lun­gen von rund 2,14 Mil­lio­nen Euro aus “Bil­lig­keits­grün­den” erlas­sen wor­den. Am häu­figs­ten ist den Anga­ben zufol­ge in den Jah­ren seit 2001 die Brannt­wein­steu­er erlas­sen wor­den, allein im Jahr 2001 in 260 Fäl­len mit einem Volu­men von 662.000 Euro. Die höchs­ten Sum­men fin­den sich dage­gen bei der Mine­ral­öl­steu­er. Hier sind laut Bun­des­re­gie­rung im Jahr 2004 in 48 Fäl­len rund 56,19 Mil­lio­nen Euro erlas­sen wor­den. Steu­er­erlas­se habe es dar­über hin­aus auch bei der Strom­steu­er, der Tabak­steu­er, der Schaum­wein­steu­er, der Kaf­fee­steu­er und der Bier­steu­er gege­ben. Die Bun­des­re­gie­rung betont, Steu­er­stun­dun­gen dien­ten dem Aus­gleich unbil­li­ger Här­ten im Ein­zel­fall. Eine Stun­dungs­be­dürf­tig­keit lie­ge vor, wenn der Schuld­ner zum Zeit­punkt der Fäl­lig­keit nicht über aus­rei­chen­de finan­zi­el­le Mit­tel ver­fü­ge und die­se auch nicht recht­zei­tig in “zumut­ba­rer Wei­se” beschaf­fen kön­ne, um die Steu­er­schuld zu beglei­chen. Eine Stun­dung erfor­de­re aber auch die “Stun­dungs­wür­dig­keit”, ein Ver­hal­ten, das nicht in ein­deu­ti­ger Wei­se gegen die Inter­es­sen der All­ge­mein­heit ver­sto­ße und bei dem die man­geln­de Leis­tungs­pflicht nicht auf dem Ver­hal­ten des Schuld­ners selbst beruht. Die Haupt­zoll­äm­ter hol­ten die Zustim­mung der Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on zu einer Stun­dung ein, wenn der Betrag höher sei als 200.000 Euro und für mehr als sechs Mona­te gestun­det wer­den soll. Die Zustim­mung des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums wer­de ein­ge­holt, wenn der Stun­dungs­be­trag über 500.000 Euro lie­ge und die Steu­er für mehr als ein Jahr gestun­det wer­den soll. 

Steu­er­aus­fäl­le 2005

Steuerausfälle 2005