Stil­ler GmbH-Gesell­schaf­ter und die Kapitalerhaltung

Ein an einer GmbH betei­lig­ter stil­ler Gesell­schaf­ter ist, wie der Bun­des­ge­richts­hof in einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil noch­mals bestä­tigt hat, in Bezug auf die Kapi­tal­erhal­tungs­re­geln wie ein GmbH-Gesell­schaf­ter zu behan­deln, wenn er auf­grund der ver­trag­li­chen Aus­ge­stal­tung des stil­len Gesell­schafts­ver­hält­nis­ses hin­sicht­lich sei­ner ver­mö­gens­mä­ßi­gen Betei­li­gung und sei­nes Ein­flus­ses auf die Geschi­cke der GmbH weit­ge­hend einem GmbH-Gesell­schaf­ter gleichsteht.

Stil­ler GmbH-Gesell­schaf­ter und die Kapitalerhaltung

Aller­dings: Besteht in einer Gesell­schaft dau­er­haft eine Unter­bi­lanz, ohne dass auch eine insol­venz­recht­li­che Über­schul­dung vor­liegt, kön­nen die Gesell­schaf­ter auf­grund der gesell­schafter­li­chen Treue­pflicht gehal­ten sein, Maß­nah­men zu ergrei­fen, um stil­le Reser­ven auf­zu­lö­sen, wenn nur so der Abfin­dungs­an­spruch des aus­ge­schie­de­nen Gesell­schaf­ters ohne Ver­let­zung des § 30 GmbHG erfüllt wer­den kann.

BGH, Urteil vom 13. Febru­ar 2006 – II ZR 62/​04

Stiller GmbH-Gesellschafter und die Kapitalerhaltung