Ver­lust der Kapi­tal­be­tei­li­gung eines Vor­stands­mit­glieds an “sei­ner” AG

Füh­rungs­kräf­te von Akti­en­ge­sell­schaf­ten sind häu­fig auch über Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gungs­pro­gram­me ver­mö­gens­mä­ßig an „ihrem” Unter­neh­men, also ihrer Arbeit­ge­be­rin, betei­ligt. Wird spä­ter über das Ver­mö­gen der AG das Insol­venz­ver­fah­ren eröff­net und wer­den die Akti­en somit voll­stän­dig oder nahe­zu wert­los, kann die­ser Ver­lust nach einer jetzt ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg nicht steu­er­lich als Wer­bungs­kos­ten gel­tend gemacht werden. 

Ver­lust der Kapi­tal­be­tei­li­gung eines Vor­stands­mit­glieds an “sei­ner” AG

Geklagt hat­te ein ehe­ma­li­ges Vor­stands­mit­glied einer Bank. Der Klä­ger hat­te Akti­en im Wert von rund € 100 000 erwor­ben. Den wirt­schaft­li­chen Ver­lust woll­te er als Wer­bungs­kos­ten bei sei­nen Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit berück­sich­tigt wis­sen. Dem folg­ten die Rich­ter des Finanz­ge­richts – eben­so wie zuvor die Finanz­be­hör­de – nicht. Die ver­mö­gens­mä­ßi­ge Betei­li­gung des Klä­gers an sei­ner Arbeit­ge­be­rin gehö­re viel­mehr zu sei­ner Ver­mö­gens­sphä­re, die von sei­ner Erwerbs­tä­tig­keit zu unter­schei­den sei. Ins­be­son­de­re hat­te der Klä­ger nicht dar­le­gen kön­nen, dass der Erwerb der Akti­en Vor­aus­set­zung sei­ner Ein­stel­lung als Vor­stands­mit­glied gewe­sen sei. Allein der Umstand, dass sei­ne Stel­lung als Vor­stands­mit­glied durch sei­ne Aktio­närs­stel­lung mög­li­cher­wei­se habe gefes­tigt wer­den kön­nen, reich­te dem Finanz­ge­richt nicht aus, um einen wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hang zwi­schen dem Ver­mö­gens­ver­lust und den Ein­künf­ten als Vor­stands­mit­glied anzunehmen.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, der Klä­ger hat gegen das Urteil Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de zum BFH eingelegt.

Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 22. Okto­ber 2008 – 1 K 6139/​05 B

Verlust der Kapitalbeteiligung eines Vorstandsmitglieds an “seiner” AG