Auf­klä­rung über Einlagensicherung

Für die Erfül­lung der gesetz­li­chen Pflicht, Kun­den vor Auf­nah­me der Geschäfts­be­zie­hun­gen über die bestehen­de Ein­la­gen­si­che­rung zu infor­mie­ren, ist es aus­rei­chend, dass ein ver­ständ­li­cher und inhalt­lich zutref­fen­der Hin­weis in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen der Bank vor­liegt und der Anle­ger durch eine auf dem Anla­ge­auf­trag auf­ge­druck­te und von ihm geson­dert unter­zeich­ne­te Emp­fangs­be­stä­ti­gung noch­mals auf die All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen mit Hin­wei­sen zur Ein­la­gen­si­che­rung auf­merk­sam gemacht wur­de. Dage­gen ist die Aus­hän­di­gung eines geson­der­ten Merk­blat­tes nicht erforderlich.

Auf­klä­rung über Einlagensicherung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Dres­den die Scha­dens­er­satz­kla­gen zwei­er Kun­din­nen der mitt­ler­wei­le insol­ven­ten BFI-Bank abgewiesen.

Die Klä­ge­rin­nen hat­ten ver­sucht, sich über eine Kla­ge gegen den Insol­venz­ver­wal­ter auf Scha­dens­er­satz wegen unzu­rei­chen­der Auf­klä­rung über die ein­ge­schränk­te Ein­la­gen­si­che­rung bei der BFI den Weg für eine spä­te­re Inan­spruch­nah­me der Haft­pflicht­ver­si­che­rung der BFI zu ebnen. Das Land­ge­richt Dres­den hat­te ihnen in ers­ter Instanz weit­ge­hend Recht gege­ben. Das OLG hat die­se Urtei­le nun auf­ge­ho­ben und die Kla­gen abgewiesen.

Nach Ansicht des Sena­tes hat die BFI der gesetz­li­chen Pflicht, ihre Kun­den vor Auf­nah­me der Geschäfts­be­zie­hun­gen über die bestehen­de Ein­la­gen­si­che­rung zu infor­mie­ren, genü­ge getan. Ein ent­spre­chen­der, inhalt­lich zutref­fen­der und ver­ständ­li­cher Hin­weis sei in Zif­fer 20 der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) der Bank ent­hal­ten gewe­sen. Zusätz­lich sei­en die Anle­ger vor Zeich­nung der Spar­brie­fe durch eine auf dem Anla­ge­auf­trag auf­ge­brach­te, von ihnen geson­dert unter­zeich­ne­te Emp­fangs­be­stä­ti­gung noch­mals sinn­fäl­lig auf die “All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen mit Hin­wei­sen zur Ein­la­gen­si­che­rung” auf­merk­sam gemacht wor­den. Das genü­ge den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen; der Aus­hän­di­gung eines geson­der­ten Merk­blat­tes bedür­fe es nicht. Ihre Behaup­tung, die AGB sei­en – ent­ge­gen der unter­zeich­ne­ten Emp­fangs­be­stä­ti­gung – nicht vor Zeich­nung der (ers­ten) Anla­ge über­ge­ben wor­den, hät­ten die Klä­ge­rin­nen nicht bewie­sen. Das OLG hat sich auf­grund der Zeu­gen­aus­sa­ge des Ehe­man­nes der einen Klä­ge­rin (und Schwa­gers der Klä­ge­rin des Par­al­lel­pro­zes­ses) nicht die siche­re Über­zeu­gung davon ver­schaf­fen kön­nen, die AGB sei­en nicht aus­ge­hän­digt worden.

Der Zeu­ge habe zwar, so der Senat, unge­ach­tet des eige­nen Inter­es­ses am Pro­zess­aus­gang einen durch­aus red­li­chen, um die Wahr­heit bemüh­ten Ein­druck gemacht. Aller­dings konn­te der Senat etwai­ge Erin­ne­rungs­lü­cken letzt­lich nicht mit der erfor­der­li­chen Gewiss­heit aus­schlie­ßen, zumal die Gescheh­nis­se mitt­ler­wei­le ca. 9 Jah­re zurück­lä­gen und die Über­ga­be von AGB kei­nen beson­ders bemer­kens­wer­ten und des­halb beson­ders in der Erin­ne­rung blei­ben­den Umstand darstelle.

Die Urtei­le sind noch nicht rechts­kräf­tig. Wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung des Fal­les hat der Senat die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof zugelassen.

Ober­lan­des­ge­richt Dres­den, Urtei­le vom 16. April 2008 – 8 U 1543/​07 und 8 U 1544/​07

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