Das wert­aus­schöp­fend belas­te­te Grund­stück – und die Gläubigeranfechtung

Im Fal­le einer wert­aus­schöp­fen­den Belas­tung des über­tra­ge­nen Grund­stücks schei­det eine Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung aus.

Das wert­aus­schöp­fend belas­te­te Grund­stück – und die Gläubigeranfechtung

Die Über­tra­gung eines belas­te­ten Grund­stücks kann nur dann eine Benach­tei­li­gung des Gläu­bi­gers zur Fol­ge haben, wenn der in der Zwangs­voll­stre­ckung erziel­ba­re Wert des Grund­stücks die vor­ran­gi­gen Belas­tun­gen und die Kos­ten des Zwangs­ver­stei­ge­rungs­ver­fah­rens über­steigt. Eine Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung kommt also nicht in Betracht, wenn das Grund­stück wert­aus­schöp­fend belas­tet ist und eine Zwangs­ver­stei­ge­rung nicht zu einer auch nur teil­wei­sen Befrie­di­gung des Gläu­bi­gers geführt hät­te. Auf den objek­ti­ven Ver­kehrs­wert ist dabei nicht abzustellen.

Die Fra­ge, ob eine Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung vor­liegt, beur­teilt sich nach dem Zeit­punkt der letz­ten tatrich­ter­li­chen münd­li­chen Ver­hand­lung. Für die im Rah­men des § 4 AnfG vor­ran­gi­ge Bewer­tung der Unent­gelt­lich­keit einer Zuwen­dung ist hin­ge­gen auf die Voll­endung des Rechts­er­werbs abzu­stel­len. Vor die­sem Hin­ter­grund fehlt es wegen der im Zeit­punkt der Über­tra­gung bereits bestehen­den wert­aus­schöp­fen­den Belas­tung des Grund­stücks an einer unent­gelt­li­chen Zuwen­dung des Schuldners.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Febru­ar 2013 – IX ZR 219/​12