Fest­stel­lung zur Insol­venz­ta­bel­le – und die Zustän­dig­keit des Familiengerichts

Die Fami­li­en­ge­rich­te und nicht die Zivil­ge­rich­te sind sach­lich zustän­dig für Ver­fah­ren, mit denen die Fest­stel­lung oder nega­ti­ve Fest­stel­lung erstrebt wird, ein zur Insol­venz­ta­bel­le ange­mel­de­ter titu­lier­ter Unter­halts­an­spruch resul­tie­re aus vor­sätz­lich began­ge­ner uner­laub­ter Hand­lung oder nach der Neu­fas­sung des § 302 Nr. 1 InsO aus vor­sätz­lich pflicht­wid­rig nicht gewähr­tem rück­stän­di­gem Unterhalt.

Fest­stel­lung zur Insol­venz­ta­bel­le – und die Zustän­dig­keit des Familiengerichts

Das Ober­lan­des­ge­richt Ros­tock erkennt, dass sei­ner im Wege eines obiter dic­tum getrof­fe­nen Zustän­dig­keits­ent­schei­dung aus dem Jah­re 2011 die Recht­spre­chung der ande­ren Ober­lan­des­ge­rich­te nicht gefolgt ist. Es ent­spricht mitt­ler­wei­le ganz ein­hel­li­ger Auf­fas­sung, dass die Fami­li­en­ge­rich­te für die sog. “Attri­but­s­kla­gen” zustän­dig sind, bei denen es um die Fest­stel­lung bzw. nega­ti­ve Fest­stel­lung geht, ein zur Insol­venz­ta­bel­le ange­mel­de­ter titu­lier­ter Unter­halts­an­spruch resul­tie­re – bzw. resul­tie­re nicht – aus vor­sätz­lich began­ge­ner uner­laub­ter Hand­lung oder nach der Neu­fas­sung des § 302 Nr. 1 InsO aus vor­sätz­lich pflicht­wid­rig nicht gewähr­tem rück­stän­di­gem Unterhalt.

Dem will sich das Ober­lan­des­ge­richt Ros­tock nicht wei­ter ver­schlie­ßen und gibt sei­ne inso­weit bis­lang ver­tre­te­ne abwei­chen­de Auf­fas­sung auf.

Ober­lan­des­ge­richt Ros­tock, Beschluss vom 2. März 2016 – 10 WF 23/​16