Jus­tiz­ver­wal­tungs­sa­chen – und die Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen des FamFG

Auf das Ver­fah­ren in Jus­tiz­ver­wal­tungs­sa­chen vor dem Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts fin­det das Gesetz über das Ver­fah­ren in Fami­li­en­sa­chen und in den Ange­le­gen­hei­ten der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit Anwendung.

Jus­tiz­ver­wal­tungs­sa­chen – und die Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen des FamFG

§ 8 Nr. 3 FamFG fin­det auf das Ver­fah­ren nach §§ 23 ff EGGVG Anwen­dung, auch wenn in § 29 Abs. 3 EGGVG nur auf § 17 FamFG und auf §§ 71 bis 74a FamFG, also die Rege­lun­gen über die Wie­der­ein­set­zung und für das Ver­fah­ren der Rechts­be­schwer­de, ver­wie­sen wird. Die Ver­wei­sung in § 29 Abs. 2 EGGVG aF auf das FGG für das Ver­fah­ren vor dem Ober­lan­des­ge­richt hat der Gesetz­ge­ber durch das Gesetz zur Reform des Ver­fah­rens in Fami­li­en­sa­chen und in den Ange­le­gen­hei­ten der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit vom 17.12 2008 ersatz­los gestri­chen. Wei­ter hat der Gesetz­ge­ber § 29 EGGVG aF dadurch grund­le­gend geän­dert, dass die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts nicht mehr end­gül­tig ist, die Pflicht einer Diver­genz­vor­la­ge an den Bun­des­ge­richts­hof abge­schafft und dafür die Rechts­be­schwer­de ein­ge­führt wur­de. Der Reform­ge­setz­ge­ber hat dabei die Bedeu­tung des § 29 Abs. 2 EGGVG aF zu eng nur auf das Ver­fah­ren der Diver­genz­vor­la­ge bezo­gen und nicht sei­ne dar­über hin­aus bestehen­de Bedeu­tung für das Ver­fah­ren vor dem Ober­lan­des­ge­richt bedacht. Die Mate­ria­li­en machen deut­lich, dass nur beab­sich­tigt war, den Rechts­mit­tel­zug neu zu ord­nen, ohne das Ver­fah­ren im Übri­gen zu ändern. Des­we­gen müs­sen auf das Ver­fah­ren vor dem Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts die Rege­lun­gen des FamFG wei­ter­hin auch ohne aus­drück­li­chen Ver­weis ergän­zend her­an­ge­zo­gen werden.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. März 2016 – IX AR (VZ) 1/​15