Die Haf­tung des Insol­venz­ver­wal­ters – und der Quo­ten­scha­den des Gläubigers

Wird durch ein pflicht­wid­ri­ges Ver­hal­ten des Ver­wal­ters die Mas­se geschmä­lert, han­delt es sich um einen Scha­den, wel­cher der Gläu­bi­ger­ge­mein­schaft zur Last fällt und durch Zah­lung in die Mas­se aus­zu­glei­chen ist (§ 92 InsO).

Die Haf­tung des Insol­venz­ver­wal­ters – und der Quo­ten­scha­den des Gläubigers

Ein der­ar­ti­ger Gesamt­scha­den kann nicht durch einen ein­zel­nen Gläu­bi­ger ein­ge­klagt werden.

Dies wäre mit dem Grund­satz der gemein­schaft­li­chen und gleich­mä­ßi­gen Gläu­bi­ger­be­frie­di­gung nicht zu ver­ein­ba­ren. Das der Gemein­schaft zuge­wie­se­ne Ver­wal­tungs- und Ver­fü­gungs­recht muss durch einen Son­der­ver­wal­ter oder neu bestell­ten Ver­wal­ter gel­tend gemacht wer­den. Die Ver­kür­zung der Mas­se schmä­lert aller­dings regel­mä­ßig zugleich auch die Divi­den­de (Quo­te) eines jeden Insol­venz­gläu­bi­gers. Der Quo­ten­scha­den ist jeweils ein Einzelschaden.

Der Anspruch auf Ersatz des Quo­ten­scha­dens steht jedem an der Ver­tei­lung der Mas­se teil­neh­men­den Insol­venz­gläu­bi­ger selbst und nicht der Gemein­schaft der Insol­venz­gläu­bi­ger zu.

Wäh­rend der Dau­er des Insol­venz­ver­fah­rens kann der Insol­venz­gläu­bi­ger sei­nen Quo­ten­scha­den jedoch nicht durch­set­zen; ihm fehlt die Ein­zie­hungs- und Prozessführungsbefugnis.

Erst nach Auf­he­bung des Insol­venz­ver­fah­rens kann der ein­zel­ne Gläu­bi­ger Scha­dens­er­satz in Höhe der auf ihn ent­fal­len­den Quo­te verlangen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 3. März 2016 – IX ZR 119/​15